Albert Einstein

14.03.1879-18.04.1955

Das Leben ist wie Fahrradfahren. Um die Balance zu halten, musst du in Bewegung bleiben.

Albert Einstein

Lebensgeschichte

Albert Einstein, geboren am 14. März 1879 in Ulm, war ein Kind, das die Welt verändern würde. Seine Eltern, Hermann Einstein und Pauline Koch, betrieben ein kleines Elektrogeschäft. Trotz der bescheidenen familiären Verhältnisse legten sie großen Wert auf Bildung und förderten Einsteins intellektuelle Entwicklung. Schon früh zeigte sich Einsteins Genialität; jedoch galt er in der Schule als zurückhaltend und eigenbrötlerisch. Seine Leidenschaft für Mathematik und Physik entflammte, als sein Onkel Jakob ihm die Komplexität der Algebra nahebrachte.

Einstein war elf Jahre alt, als er das erste Mal mit den Werken von Immanuel Kant in Berührung kam, dessen philosophische Überlegungen ihn tief prägten. Er war fasziniert von der Vorstellung, dass die Struktur des Universums durch mathematische Prinzipien verstanden werden könnte. Diese Erkenntnis war der Keim für seine spätere Arbeit.

Im Jahr 1895, im Alter von 16 Jahren, unternahm Einstein einen ersten Anlauf, um an der Eidgenössischen Polytechnischen Schule (heute ETH Zürich) aufgenommen zu werden. Obwohl er im mathematischen Teil der Aufnahmeprüfung brillierte, scheiterte er in anderen Fächern und musste daraufhin die Schule in Aarau besuchen, um sich auf die erneute Prüfung vorzubereiten. Hier traf Einstein auf Lehrer, die seine Neugier würdigten und ihn in seinem Wunsch bestärkten, Physiker zu werden.

1896, nachdem er sein Abitur in Aarau erfolgreich absolviert hatte, begann Einstein sein Studium an der Polytechnischen Schule in Zürich. Während dieser Zeit lernte er auch seine spätere Frau Mileva Marić kennen, eine begabte Physikerin, die ihn intellektuell herausforderte. In Zürich entwickelte Einstein seine Vorliebe für theoretische Physik und begann, die Grundlagen für seine späteren revolutionären Theorien zu legen.

Die Jahre in Zürich waren für Einstein prägend. Trotz seiner Neigung zur Selbstständigkeit und seinem oft unkonventionellen Ansatz fand er in seinen Professoren, darunter Heinrich Weber und Hermann Minkowski, wichtige Mentorfiguren. Sie erkannten zwar sein Talent, waren aber auch oft frustriert über seine mangelnde Bereitschaft, sich der akademischen Disziplin zu fügen.

1900 schloss Einstein sein Studium mit einer Diplomarbeit über die Kapillarität von Flüssigkeiten ab. Sein Versuch, eine akademische Laufbahn einzuschlagen, stieß jedoch auf Widerstand. Mit wenig Aussicht auf eine Stelle als Lehrer, begann Einstein, seine Möglichkeiten außerhalb der Universität zu erkunden.

Nachdem Albert Einstein die Polytechnische Schule abgeschlossen hatte, fand er sich in einer schwierigen Lage. Trotz brillanter Einsichten in die Physik und abgeschlossenem Studium gelang es ihm nicht, eine akademische Position zu erlangen. In dieser Zeit unterstützte ihn seine zukünftige Frau Mileva, sowohl emotional als auch finanziell. Die Suche nach einer stabilen Arbeit führte ihn schließlich 1902 zum Schweizer Patentamt in Bern. Diese Position sollte sich als Segen für Einstein erweisen, denn sie bot ihm die nötige Zeit und finanzielle Sicherheit, um seine eigenen wissenschaftlichen Ideen zu verfolgen.

Während seiner Arbeit am Patentamt beschäftigte sich Einstein mit technischen Erfindungen aller Art und vertiefte dabei sein Verständnis für physikalische Prozesse und technische Prinzipien. Die Tätigkeit als Patentprüfer zwang ihn, sich klar und präzise auszudrücken – eine Fähigkeit, die auch in seinen wissenschaftlichen Arbeiten zum Tragen kam. Es war eine Zeit des stillen Schaffens, in der Einstein jedoch unermüdlich an seinen Theorien arbeitete.

1905 war das Jahr, das alles verändern sollte. Im Alter von nur 26 Jahren veröffentlichte Einstein vier bahnbrechende wissenschaftliche Arbeiten. Sie beinhalteten die Lichtquantenhypothese, die die Grundlage für die Quantenphysik legte, und seine Theorie zur Brownschen Bewegung, die die Existenz von Atomen bestätigte. Doch es war die Spezielle Relativitätstheorie, die die größte Aufmerksamkeit erregte. Sie stellte die herkömmliche Vorstellung von Raum und Zeit auf den Kopf und revolutionierte unser Verständnis vom Universum.

Mit der Gleichung E = mc2 demonstrierte Einstein die Äquivalenz von Masse und Energie und lieferte damit einen der Eckpfeiler der modernen Physik. Diese Erkenntnis hatte nicht nur theoretische Bedeutung, sondern sollte auch praktische Konsequenzen in der Entwicklung der Atomenergie haben.

Diese Reihe von Veröffentlichungen, die ohne akademische Unterstützung und in relativer Isolation entstanden waren, brachten Einstein rasch Anerkennung in der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Im Jahr 1908 erhielt er schließlich seine erste akademische Position als Dozent, und im Jahr 1909 konnte er seine Stelle am Patentamt aufgeben, um sich vollständig der Wissenschaft zu widmen.

Nach seiner Zeit im Patentamt nahm Einsteins akademische Laufbahn an Fahrt auf. 1908 wurde er als Dozent an der Universität Bern eingestellt. Seine Vorlesungen und Veröffentlichungen begannen, Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu erregen, und bis 1909 hatte er sich einen solchen Ruf erarbeitet, dass ihm eine Stelle als außerordentlicher Professor an der Universität Zürich angeboten wurde.

Die folgenden Jahre waren von einer Reihe von akademischen Ernennungen geprägt, die seinen wachsenden Status in der Welt der Physik widerspiegelten. Im Jahr 1911 nahm er eine Professur an der deutschen Abteilung der Universität Prag an, kehrte jedoch 1912 nach Zürich zurück, um einen neu geschaffenen Lehrstuhl für theoretische Physik zu übernehmen. Einsteins Wirken beschränkte sich nicht nur auf Lehre und Forschung; er beteiligte sich auch aktiv an Diskussionen und Debatten, die die Richtung der theoretischen Physik zu dieser Zeit prägten.

Die Entwicklung seiner Allgemeinen Relativitätstheorie, die er 1915 veröffentlichte, war ein wichtiger Meilenstein in Einsteins Karriere. Diese Theorie erweiterte die Konzepte seiner Speziellen Relativitätstheorie, um die Gravitation als Eigenschaft der Krümmung der Raumzeit einzuschließen. Die Theorie wurde 1919 durch Beobachtungen einer Sonnenfinsternis bestätigt, die zeigten, dass das Licht von Sternen tatsächlich durch die Schwerkraft der Sonne gebeugt wurde, genau wie die Allgemeine Relativitätstheorie es voraussagte. Diese Bestätigung katapultierte Einstein zu internationalem Ruhm.

Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie förderte nicht nur unser Verständnis der Gravitation, sondern legte auch den Grundstein für die moderne Kosmologie, die Untersuchung des Universums als Ganzes. Sie sagte Phänomene wie Schwarze Löcher und Gravitationswellen voraus, Konzepte, die Jahrzehnte brauchen würden, um direkt beobachtet zu werden, und bewiesen damit die weitreichende Genauigkeit seiner Arbeit.

1914 zog Einstein nach Berlin, wo er zum Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik ernannt und zum Vollmitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften ernannt wurde. Sein Umzug nach Berlin markierte auch den Beginn einer turbulenten Periode in seinem persönlichen Leben; hier ließ er sich von Mileva Marić scheiden und heiratete später seine Cousine Elsa Löwenthal.

Trotz der Wirren des Ersten Weltkriegs setzte Einstein seine wissenschaftliche Arbeit fort und wurde zunehmend in pazifistische und humanitäre Bemühungen involviert. Er nutzte sein steigendes öffentliches Profil, um für Frieden und bürgerliche Freiheiten zu werben, und wurde nach dem Krieg zu einer prominenten internationalen Figur, nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in sozialen und politischen Diskussionen.

In den 1920er Jahren setzte Albert Einstein seine bahnbrechenden Forschungen fort und erweiterte die Anwendung der Allgemeinen Relativitätstheorie auf neue Bereiche der Physik und Kosmologie. Er war zunehmend an der Entwicklung des neuen Feldes der Quantenmechanik interessiert, obwohl er zeitlebens skeptisch gegenüber einigen ihrer Interpretationen blieb, insbesondere der Unbestimmtheitsrelation, die er mit seinem berühmten Ausspruch „Gott würfelt nicht“ kritisierte.

1921 erhielt Einstein den Nobelpreis für Physik, nicht für die Relativitätstheorie, wie viele annehmen würden, sondern für seine Erklärung des photoelektrischen Effekts, die er 1905 veröffentlicht hatte. Diese Auszeichnung anerkannte seine Beiträge zur theoretischen Physik und bestätigte die Bedeutung seiner Arbeit für die Entwicklung der modernen Quantenphysik.

Die späten 1920er und frühen 1930er Jahre waren eine Zeit des politischen Aufruhrs und persönlicher Herausforderungen für Einstein. Sein Engagement für den Pazifismus und seine jüdische Herkunft machten ihn in einer zunehmend nationalistischen und antisemitischen Atmosphäre in Deutschland zu einem Ziel politischer und rassistischer Angriffe. 1933, als Adolf Hitler an die Macht kam, entschied sich Einstein für die Emigration in die Vereinigten Staaten, ein Schritt, der sein Leben und seine Karriere tiefgreifend verändern sollte.

In den USA fand Einstein eine neue Heimat am Institute for Advanced Study in Princeton, New Jersey. Hier setzte er seine wissenschaftlichen Forschungen fort, obwohl er sich zunehmend isoliert von den Hauptströmungen der Physik fühlte, die sich immer mehr auf die Quantenmechanik konzentrierten. Trotz dieser fachlichen Isolation blieb Einstein eine weltweit respektierte Figur, sowohl in wissenschaftlichen als auch in öffentlichen Kreisen.

Einstein nutzte seine Prominenz, um sich für die Menschenrechte, den Weltfrieden und gegen den Einsatz von Kernwaffen einzusetzen. Er war ein Mitunterzeichner des Russell-Einstein-Manifests, das zur Abschaffung von Atomwaffen aufrief, und engagierte sich in zahlreichen anderen humanitären und politischen Initiativen. Seine unerschütterliche Verpflichtung zu diesen Prinzipien führte dazu, dass er sowohl bewundert als auch kritisiert wurde, insbesondere während der Zeit des Kalten Krieges.

In seinen letzten Lebensjahren setzte Albert Einstein seine Forschungen und öffentlichen Bemühungen fort, trotz zunehmender gesundheitlicher Probleme. Einstein war tief besorgt über die politischen Spannungen und die Rüstungswettläufe des Kalten Krieges und sah in der Kernwaffenbedrohung eine der größten Gefahren für die Menschheit. Er verbrachte viel Zeit damit, Lösungen für globale politische Probleme zu formulieren und war ein vehementer Verfechter einer überstaatlichen Regierungsform, die in der Lage sein könnte, den Frieden weltweit zu sichern.

Einsteins philosophische Ansichten waren ebenso bedeutend wie seine wissenschaftlichen Beiträge. Er war ein leidenschaftlicher Verfechter des Humanismus und glaubte fest an die Macht der individuellen Verantwortung und der rationalen Denkweise. Er betrachtete seine wissenschaftlichen Forschungen als Teil eines größeren philosophischen Strebens nach Erkenntnis und Wahrheit. Seine Überzeugungen und sein Engagement für soziale Gerechtigkeit beeinflussten Generationen von Denkern, Wissenschaftlern und Aktivisten.

Im Bereich der Wissenschaft blieb Einstein bis zu seinem Tod am 18. April 1955 in Princeton, New Jersey, aktiv. Er arbeitete an der Vereinheitlichten Feldtheorie, einer Theorie, die er hoffte, würde die verschiedenen Kräfte im Universum in einem einzigen theoretischen Rahmen erklären. Obwohl er in diesem Bestreben nicht erfolgreich war, legten seine Ideen und Methoden den Grundstein für spätere Entwicklungen in der Physik.

Einsteins Vermächtnis ist immens und vielfältig. Seine Theorien der Relativität haben nicht nur das wissenschaftliche Verständnis des Universums verändert, sondern auch die Entwicklung von Technologien ermöglicht, die heute im Alltag von Millionen Menschen eine Rolle spielen, wie GPS und andere satellitengestützte Systeme. Darüber hinaus hat seine Bereitschaft, sich für Frieden und soziale Gerechtigkeit einzusetzen, ihm weltweit Respekt und Bewunderung eingebracht.

Die Person Albert Einstein bleibt eine symbolische Figur für Genialität und moralische Integrität. Seine Fähigkeit, komplexe wissenschaftliche Konzepte zu vermitteln und seine stetige Bereitschaft, seine Stimme in wichtigen sozialen Angelegenheiten zu erheben, machen ihn zu einer dauerhaften Inspiration für alle, die sich für eine bessere Welt einsetzen.

Albert Einstein hinterließ eine unvergleichliche Spur in der Geschichte der Wissenschaft und der Kultur. Nach seinem Tod am 18. April 1955 in Princeton, New Jersey, wurden sein wissenschaftliches Erbe und sein sozialer Einfluss weltweit gewürdigt. Einstein gilt als Synonym für Genie, und seine Theorien haben Generationen von Physikern und Wissenschaftlern inspiriert.

Die Allgemeine und Spezielle Relativitätstheorie Einsteins haben nicht nur das Verständnis von Raum und Zeit grundlegend verändert, sondern auch die Art und Weise, wie die Welt das Universum betrachtet. Seine wissenschaftlichen Entdeckungen haben zu bedeutenden technologischen Fortschritten geführt und sind von entscheidender Bedeutung für die moderne Astrophysik und Kosmologie.

Einstein war auch bekannt für seinen humanitären und sozialen Einsatz, insbesondere in seinen späteren Jahren. Sein Engagement für Frieden und Zivilrechte inspirierte zahlreiche Bewegungen und Initiativen weltweit. Er war ein Vorkämpfer für eine globalisierte Weltanschauung, die die Bedeutung von übernationaler Zusammenarbeit und gegenseitigem Verständnis betont.

Seine philosophischen Schriften und Briefe, in denen er sich mit Themen von Religion, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft auseinandersetzt, bleiben wichtige Texte für Denker und Forscher. Einsteins Ansichten über die Verantwortung von Wissenschaftlern und die Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft sind besonders relevant in einer Zeit, in der die Welt mit globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel und technologischen Umbrüchen konfrontiert ist.

Einsteins Erbe wird auch in zahlreichen Ehrungen und seiner Darstellung in der Popkultur verewigt. Sein Bild, oft charakterisiert durch sein zerzaustes Haar und seinen freundlichen, aber nachdenklichen Blick, ist weltweit erkennbar und oft mit Intelligenz und Kreativität assoziiert. Institutionen und Preise, die seinen Namen tragen, ehren seine Beiträge zur Wissenschaft und Gesellschaft.

Die Albert-Einstein-Institute, wie das in Potsdam, Deutschland, widmen sich der Weiterführung seiner Arbeit, indem sie Forschung in den Bereichen Gravitationsphysik und Relativitätstheorie vorantreiben. Diese Institute und die dort tätigen Wissenschaftler sind ein Beweis für die fortwährende Relevanz von Einsteins wissenschaftlichen Ideen.

In Anerkennung seiner Leistungen und seines Beitrags zur Menschheit bleibt Albert Einstein eine zentrale Figur in der Geschichte des 20. Jahrhunderts und ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Wissenschaft und moralische Vision zum Wohle der gesamten Menschheit zusammenwirken können.




Diese Biografie von Albert Einstein wurde als Beispiel dafür erstellt, welche Art von Biografien der Service VorfahrQR mit Unterstützung von ChatGPT erstellen kann. Sie demonstriert die Zusammenarbeit zwischen fortschrittlichen Technologien und künstlicher Intelligenz zur Dokumentation und Bewahrung der Geschichte.

Fotos und Videos

Albert Einstein, geboren am 14. März 1879 in Ulm, war ein Kind, das die Welt verändern sollte. Seine Eltern, Hermann Einstein und Polina Koch, betrieben einen kleinen Elektronikladen. Trotz ihres bescheidenen familiären Hintergrunds legten sie großen Wert auf Bildung und förderten Einsteins intellektuelle Entwicklung. Einsteins Genie zeigte sich schon früh; In der Schule galt er jedoch als zurückgezogen und einsam. Seine Leidenschaft für Mathematik und Physik wurde geweckt, als sein Onkel Jakob ihn in die Komplexität der Algebra einführte.
Albert Einstein und Maja, 1885, ETH-Bibliothek, Zürich

Zu seiner jüngeren Schwester Maja hatte Albert Einstein Zeit seines Lebens ein inniges Vertrauensverhältnis.

Albert Einstein begann erst im Alter von drei Jahren zu sprechen und äußerte sich auch dann nur zögerlich.[14] 1884 begann er mit dem Violinspiel. Erst mit zwölf machte es ihm Spaß. Es blieb ihm sein Leben lang Quelle der Inspiration, auch für physikalische Einfälle.[15] Ebenfalls ab 1884 erhielt er Privatunterricht. Im Jahr darauf kam er in die Volksschule. Auf seine Lehrer wirkte er sehr zurückhaltend und verträumt, sie erklärten den Eltern, seine geistige und soziale Entwicklung sei verlangsamt. Da er wenig sprach, wurde er vom Umfeld zunächst für begriffsstutzig gehalten.[16][17] Ab 1888 besuchte er das Luitpold-Gymnasium (nach verschiedenen Standortwechseln erhielt es 1965 den Namen Albert-Einstein-Gymnasium und ist nicht zu verwechseln mit dem heutigen Luitpold-Gymnasium in München). In der Schule war er ein aufgeweckter, bisweilen gar aufrührerischer Schüler, seine Leistungen waren gut bis sehr gut, weniger gut in den Sprachen, aber herausragend in den Naturwissenschaften. Einstein las populärwissenschaftliche Bücher und verschaffte sich einen Überblick über den Forschungsstand. Besonders die Naturwissenschaftlichen Volksbücher von Aaron Bernstein gelten als prägend für sein Interesse und seine weitere Laufbahn.[18] Hierzu zählt auch[19] die Schrift von Felix Eberty Die Gestirne und die Weltgeschichte. Gedanken über Raum, Zeit und Ewigkeit,[20] zu deren Neuauflage im Jahr 1923 Einstein ein Geleitwort schrieb.[21]
Albert Einstein und seine Schwester Maja

Das Unternehmen des Vaters und des geliebten Onkels wurde geschlossen und die Familie zog 1894 nach Mailand. Der zu diesem Zeitpunkt fünfzehnjährige Albert sollte bis zum Abitur am Luitpold-Gymnasium bleiben, wurde jedoch von einem seiner Lehrer herabgesetzt und geriet mit dem von Zucht und Ordnung geprägten Schulsystem des Deutschen Kaiserreiches in Konflikt – damit ging er allerdings offen um. Lehrer warfen ihm vor, dass seine Respektlosigkeit auf Mitschüler abfärbe. Trotzig entschloss sich Einstein Ende 1894, die Schule ohne Abschluss zu verlassen und seiner Familie nach Mailand zu folgen. Ein weiteres Motiv war offensichtlich, sich der Wehrpflicht zu entziehen. Wäre Einstein bis zum Alter von 17 Jahren in Deutschland geblieben, wäre er wehrpflichtig geworden – eine Aussicht, die ihn schreckte.[22] Der spätere Antrag seines Vaters auf Entlassung aus der württembergischen Staatsbürgerschaft wurde 1896 bewilligt. Fortan war Einstein jahrelang staatenlos.
Albert Einstein etwa fünfjährig, zirka 1884, Porträtfotografie: Joseph Albert
Hermann Einstein, der Vater von Albert Einstein

Die Familie zog kurz nach der Geburt Alberts 1880 nach München, wo sein Vater und sein Onkel im Oktober 1880 einen kleinen Betrieb zur Gas- und Wasserinstallation gründeten. Da dieser wirtschaftlich zufriedenstellend lief, beschlossen sie 1885 und mit Unterstützung der gesamten Familie, eine eigene Fabrik für elektrische Geräte (Elektrotechnische Fabrik J. Einstein & Cie) ins Leben zu rufen.[11] Das Unternehmen seines Vaters war erfolgreich und belieferte Kraftwerke in München-Schwabing, Varese und Susa (Italien).[12] Zweieinhalb Jahre nach Albert wurde seine Schwester Maja (* 18. November 1881 in München; † 25. Juni 1951 in Princeton, New Jersey, USA) geboren. Die Familie wohnte im Münchener Stadtteil Isarvorstadt, zunächst von 1880 bis 1885 in einer Wohnung an der heutigen Müllerstraße 54, ab 1885 auf dem Grundstück, das sich heute zwischen Adlzreiterstraße 12[13] und Lindwurmstraße 127 erstreckt.
Pauline Einstein, geb. Koch, die Mutter von Albert Einstein

Die Eltern Hermann Einstein und Pauline Einstein entstammten jüdischen Familien, die schon seit Jahrhunderten im schwäbischen Raum ansässig waren. Die Großeltern mütterlicherseits hatten ihren Nachnamen Dörzbacher in Koch geändert; die Großeltern väterlicherseits, Abraham und Hindel (Helene) Einstein, geb. Moos, trugen noch traditionell jüdische Vornamen. Die Großeltern väterlicherseits zogen um 1870 von Buchau nach Ulm, wo schließlich fünf ihrer sechs Kinder lebten, nur Jakob Einstein nicht. Der von Abraham Einstein ererbte Wohlstand erlaubte Hermann Einstein um 1870 den Kauf der Teilhaberschaft der Bettfedernfabrik Israel & Levi im Haus Weinhof 19 in Ulm und damit den Besitz der Hälfte dieses Hauses.

Sein Vater Hermann Einstein stammte aus der oberschwäbischen Kleinstadt Buchau, in der es seit dem Mittelalter innerhalb des Territoriums des freiweltlichen Damenstifts Buchau eine bedeutende jüdische Gemeinde gab (siehe auch Familie Einstein in Bad Buchau). Der erste namentlich nachgewiesene Vorfahre Albert Einsteins, ein aus dem Bodenseeraum stammender Pferde- und Tuchhändler namens Baruch Moses Ainstein, wurde im 17. Jahrhundert in die Gemeinde aufgenommen.[6] Auf den Grabsteinen des Buchauer jüdischen Friedhofs sind noch heute die Namen vieler Verwandter Einsteins zu finden, so auch der des letzten Juden der Stadt, Siegbert Einstein, eines Großneffen des Physikers, der das KZ Theresienstadt überlebt hatte und zeitweise zweiter Bürgermeister Buchaus war.

Hermann Einstein übersiedelte mit seinen Brüdern um 1869 nach Ulm. In Cannstatt bei Stuttgart heiratete er 1876 Pauline Koch. Er lebte mit ihr in Ulm im Haus Bahnhofstraße 20 (B135), wo Albert Einstein am 14. März 1879 zur Welt kam.[7] Albert wuchs in einer assimilierten deutsch-jüdischen Mittelstandsfamilie heran.[8] Einstein schrieb später, kurz nach seinem 50. Geburtstag, an die Ulmer Abendpost Folgendes über seine Geburtsstadt:

„Die Stadt der Geburt hängt dem Leben als etwas ebenso Einzigartiges an wie die Herkunft von der leiblichen Mutter. Auch der Geburtsstadt verdanken wir einen Teil unseres Wesens. So gedenke ich Ulm in Dankbarkeit, da es edle künstlerische Tradition mit schlichter und gesunder Wesensart verbindet.“

– 18. März 1929[9]
Zu seiner in Ulm lebenden, nur wenig älteren Cousine Lina Einstein hielt Albert Einstein den Kontakt. 1940 wurde sie im Alter von 65 Jahren zwangsweise in das jüdische Altersheim Oberstotzingen eingewiesen. Albert Einsteins Versuche, für Lina eine Ausreisegenehmigung in die USA zu beschaffen, scheiterten. 1942 wurde Lina Einstein in das KZ Theresienstadt deportiert und im selben Jahr im Vernichtungslager Treblinka ermordet.[10]
Einsteins Maturazeugnis an der Kantonsschule Aarau; in der Schweiz ist die „6“ die beste und die „1“ die schlechteste Note

Im Frühjahr und Sommer 1895 hielt sich Einstein in Pavia auf, wo seine Eltern vorübergehend lebten, und half im Unternehmen mit. Er machte Ausflüge in die Alpen und zum Apennin und besuchte seinen Onkel Julius Koch in Genua. In dieser Zeit schrieb der 16-jährige Einstein seine erste wissenschaftliche Arbeit, ein Essay mit dem Titel Über die Untersuchung des Ätherzustandes im magnetischen Felde,[23] und schickte sie seinem in Belgien lebenden Onkel Caesar Koch (1854–1941) zur Begutachtung. Die Arbeit wurde nie als wissenschaftlicher Beitrag in einer Zeitschrift veröffentlicht und blieb in der Form eines Diskussionsbeitrages.[24]


Denkmal an der Stelle von Einsteins Geburtshaus in Ulm

Einsteins Wohnhaus in Aarau
Dem Wunsch seines Vaters, er möge Elektrotechnik studieren, kam Einstein nicht nach. Stattdessen folgte er dem Hinweis eines Freundes der Familie und bewarb sich um einen Studienplatz an der Eidgenössischen Polytechnischen Schule in Zürich, der heutigen ETH Zürich. Da er noch kein Abitur beziehungsweise keine schweizerische Matura hatte, legte er auf Vermittlung von Gustav Maier im Oktober 1895 eine Aufnahmeprüfung ab,[25] die er jedoch – als jüngster Teilnehmer aller Zeiten mit 16 Jahren – nicht bestand. Er meisterte den naturwissenschaftlichen Teil mit Bravour, scheiterte aber an mangelnden Französischkenntnissen. Am Gewerbeinstitut Berlin, der späteren TH Berlin, wurde zu dieser Zeit ebenfalls ein Abitur als Zugangsberechtigung verlangt.

Auf Vermittlung seines Mentors Gustav Maier und des ebenfalls von ihm überzeugten Maschinenbauprofessors Albin Herzog besuchte er anschließend die Gewerbeschule an der liberal geführten aargauischen Kantonsschule in der Schweiz, um dort die Matura nachzuholen. Während dieser Zeit in Aarau kam er bei der Familie Winteler im Haus Laurenzenvorstadt 119 unter. Er zog dort im Oktober 1895 für ein Jahr ein; bald begann eine Liaison mit der zwei Jahre älteren Marie Winteler.[26] Anfang 1896 wurde Einstein auf Antrag seines Vaters aus der württembergischen und somit auch der deutschen Staatsbürgerschaft entlassen.[27] Er ließ sich als keiner Religionsgemeinschaft zugehörig eintragen. Die nächsten fünf Jahre blieb er staatenlos.

Auf Einsteins am 3. Oktober 1896 ausgestelltem Zeugnis der „Maturitätsprüfung“ stand fünfmal die bestmögliche Schulnote, in der Schweiz eine Sechs. Die schlechteste Note war eine Drei in Französisch. Das Gerücht, dass Einstein allgemein ein schlechter Schüler war, ist falsch: Es geht auf Einsteins ersten Biografen zurück, der das Benotungssystem der Schweiz mit dem deutschen verwechselte.[28][29]
Denkmal an der Stelle von Einsteins Geburtshaus in Ulm

Studium am Polytechnikum in Zürich

Nachdem Einstein die Matura an der Kantonsschule Aarau nachgeholt hatte, nahm er mit Beginn des akademischen Jahres 1896 sein Studium an der Schule für Fachlehrer des Eidgenössischen Polytechnikums Zürich (heute ETH Zürich) auf.[24]

Es lag Einstein nicht, nur formales Wissen auswendig zu lernen, vielmehr regten ihn theoretisch-physikalische Denkprojekte an. Mit seiner Eigenwilligkeit eckte er oftmals an. Ihm war die abstrakte mathematische Ausbildung ein Dorn im Auge, er erachtete sie als für den problemorientierten Physiker hinderlich. In den Vorlesungen fiel er dem lehrenden Professor vor allem durch seine Abwesenheit auf. Für die Prüfungen verließ er sich auf die Mitschriften seiner Kommilitonen. Diese Ignoranz verstellte ihm nicht nur Karrierechancen an seiner Hochschule, er bereute sie spätestens bei der Entwicklung der mathematisch höchst anspruchsvollen Allgemeinen Relativitätstheorie. Sein Studienkollege Marcel Grossmann war ihm später dabei noch von großer Hilfe.

Einstein verließ die Hochschule 1900 mit einem Diplom als Fachlehrer in mathematischer Richtung, worunter auch die Physik fiel. Seine Diplomarbeit in Physik fertigte er bei Heinrich Friedrich Weber an. Es gelang ihm aber nicht, nach dem Studium eine Anstellung als Assistent am Polytechnikum zu erhalten.
Vom Hauslehrer zum Patentamt Bern

Akademie Olympia – Habicht, Solovine und Einstein, 1903
Seine Bewerbungen auf Assistentenstellen am Polytechnikum und anderen Universitäten wurden abschlägig beschieden. Er arbeitete als Aushilfslehrer am Technikum in Winterthur sowie als Hauslehrer in Schaffhausen und schließlich in Bern. 1901 wurde seinem Antrag auf die Schweizer Staatsangehörigkeit stattgegeben. Am 16. Juni 1902 erhielt Einstein, auf Empfehlung seines Freundes Marcel Grossmann, eine feste Anstellung: als technischer Experte 3. Klasse beim Schweizer Patentamt in Bern.

Während der Probezeit am Patentamt begannen seine regelmäßigen Treffen mit dem Philosophiestudenten Maurice Solovine und dem Mathematikstudenten Conrad Habicht, die als Akademie Olympia bezeichnet wurden und 1904 endeten.
Akademie Olympia – Habicht, Solovine und Einstein, 1903
Mileva Marić und Albert Einstein, 1912

Familiäre Situation

Mileva Marić und Albert Einstein, 1912
Während des Studiums hatte Einstein seine Kommilitonin und spätere Ehefrau, Mileva Marić[31] aus Novi Sad, kennengelernt. Nach dem Tod seines Vaters Ende 1902 heirateten die beiden am 6. Januar 1903 in Bern – gegen den Willen der Familien. Von Oktober 1903 bis Mai 1905 wohnten Einstein und Marić in der Berner Altstadt an der Kramgasse 49, dem heutigen Einsteinhaus Bern, in dem ein Museum untergebracht ist.

Mit Marić hatte Einstein eine Tochter und zwei Söhne, Hans Albert (1904–1973) und Eduard (1910–1965). Die Tochter Lieserl wurde 1902 vor der Eheschließung bei den Eltern von Marić in Novi Sad geboren und starb entweder früh oder wurde 1903 zur Adoption nach Belgrad gegeben.[32] Das Schicksal des Kindes ist trotz intensiver Suche unbekannt. Die Existenz ihrer gemeinsamen Tochter wurde selbst vor den Freunden verschwiegen. Erst 1987 wurde durch die Veröffentlichung der Briefe Einsteins an Marić aus den Jahren 1897 bis 1903 bekannt, dass vor der Eheschließung die gemeinsame Tochter geboren worden war. Die Ehe wurde 1919 geschieden.[33][34]

Ein Buch von Desanka Trbuhovic-Gjuric, das zuerst 1969 erschien und auch ins Deutsche übersetzt wurde,[35] vertrat die These, dass Mileva Marić einen bedeutenden Anteil an den Arbeiten hatte, die 1905 zum Durchbruch von Einstein als Wissenschaftler führten. Dafür konnten aber keine Belege gefunden werden, auch nicht, als viel mehr Dokumente über Einstein nach dem Beginn der Herausgabe der Gesammelten Werke (ab 1987) bekannt wurden, darunter auch der erhaltene Briefwechsel mit ihr aus dieser Zeit (der auch separat veröffentlicht wurde). Im Gegenteil sprach alles dafür, dass sie ihm als Diskussionspartnerin ähnlich Michele Besso diente (siehe auch den Artikel Mileva Marić), was der Konsens führender Einstein-Experten war (Abraham Pais, Albrecht Fölsing, John Stachel, Gerald Holton).

Von ersten Veröffentlichungen bis zur berühmten Formel E = mc² (1905)

Im Jahr 1905, im Alter von 26 Jahren, veröffentlichte Einstein fünf seiner wichtigsten Werke:

Am 17. März 1905 beendete er seine Arbeiten zum photoelektrischen Effekt, die er anschließend als Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichts betreffenden heuristischen Gesichtspunkt[37] publizierte.
Am 30. April 1905 stellte er seine Dissertation Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen fertig,[38] mit der er am 20. Juli an der Universität Zürich bei den Professoren Alfred Kleiner und Heinrich Burkhardt sein Promotionsgesuch einreichte. Er wählte die Universität Zürich, da dort aufgrund eines Abkommens mit dem Polytechnikum, an dem Einstein studiert hatte, das Rigorosum (mündliche Prüfung) entfiel. In seiner Dissertation berechnete er die Größe von Zuckermolekülen in Lösung und daraus einen Wert für die Avogadro-Konstante. Sie steht in Zusammenhang mit seiner im gleichen Jahr erschienenen Arbeit über die Brownsche Molekularbewegung und stützte die damals bei führenden Physikern (Wilhelm Ostwald, Ernst Mach) noch umstrittene Atomhypothese. Die Arbeit wurde von Burkhardt und Kleiner relativ schnell akzeptiert (im Juli wurde das Promotionsverfahren abgeschlossen). Paul Drude, der Herausgeber der Annalen der Physik, an den Einstein die Arbeit geschickt hatte, war jedoch mit dem gefundenen Wert für die Avogadro-Konstante nicht zufrieden und verlangte Nachbesserungen, die Einstein auch lieferte.[39] Das führte zu einer halbjährigen Verzögerung der Publikation, und Einstein wurde deshalb erst am 15. Januar 1906 formal promoviert. Vier Jahre später (1909), als Jean Perrins Versuche bekannt wurden, wandte sich Einstein an Perrin mit der Bitte um experimentelle Überprüfung, und gleichzeitig fand Ludwig Hopf, den Einstein um Überprüfung seiner Dissertation gebeten hatte, einen Fehler in seiner Dissertation, der das Ergebnis verfälscht hatte. Einstein schickte daraufhin 1911 eine Berichtigung an die Annalen.[40]
Am 11. Mai 1905 folgte seine Publikation zur brownschen Molekularbewegung: Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen.[41]
Am 30. Juni 1905 reichte Einstein seine Abhandlung Zur Elektrodynamik bewegter Körper ein.[42] Kurz darauf lieferte Einstein seinen Nachtrag Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?[43] Letzterer enthält implizit zum ersten Mal die wohl berühmteste Formel der Welt, E = mc² (Energie ist gleich Masse mal Lichtgeschwindigkeit zum Quadrat, Äquivalenz von Masse und Energie). Beide Arbeiten zusammen werden heute als Spezielle Relativitätstheorie bezeichnet.
Das Jahr 1905 war somit ein äußerst fruchtbares Jahr, man spricht auch vom Annus mirabilis (Wunderjahr). Carl Friedrich von Weizsäcker schrieb dazu später:

„1905 eine Explosion von Genie. Vier Publikationen über verschiedene Themen, deren jede, wie man heute sagt, nobelpreiswürdig ist: die spezielle Relativitätstheorie, die Lichtquantenhypothese, die Bestätigung des molekularen Aufbaus der Materie durch die ‚brownsche Bewegung‘, die quantentheoretische Erklärung der spezifischen Wärme fester Körper.“

– Carl Friedrich von Weizsäcker[44]
Denkmal in Prag in der Nähe des Jan-Hus-Platzes


Einsteins Antrag auf Habilitation 1907 an der Berner Universität wurde zunächst, da er seine Habilitationsschrift nicht miteingereicht hatte,[60] abgelehnt, erst im folgenden Jahr war er damit erfolgreich. 1909 berief man ihn zum Dozenten[61] für theoretische Physik an der Universität Zürich, bald zum außerordentlichen Professor. Im Januar 1911 wurde er, wie Unterrichtsminister Stürgkh kundmachte, von Kaiser Franz Joseph I. zum ordentlichen Professor der theoretischen Physik an der K.k. deutschen Karl-Ferdinands-Universität Prag ernannt.[62] Damit wurde er österreichischer Staatsbürger.[63] Im Oktober 1912 kehrte er nach Zürich zurück, um an der Eidgenössischen Technischen Hochschule zu forschen und zu lehren; er kehrte also als Professor an seinen Studienort zurück.[64] Einstein empfand ein Leben lang Zürich als seine Heimatstadt und die Schweiz als das Land, dem er zugewandt war.[65]
Berliner Gedenktafel am Haus Ehrenbergstraße 33 in Berlin-Dahlem


Berufliche Begegnungen und familiäre Einschnitte

1913 gelang es Max Planck, Einstein als hauptamtlich besoldetes Mitglied für die Preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin zu gewinnen, wo er im April 1914 eintraf. Seine Frau kam mit den Kindern nach, kehrte jedoch alsbald wegen privater Differenzen nach Zürich zurück, weil Einstein sie dazu nötigte.[66] Einstein erhielt die Lehrberechtigung an der Berliner Universität, aber ohne Verpflichtung dazu. Von allen Lehrtätigkeiten befreit, fand Einstein in Berlin Zeit und Ruhe, sein großes Werk, die Allgemeine Relativitätstheorie, zu Ende zu bringen. Er konnte sie 1916, zusammen mit einer Arbeit über den Einstein-de-Haas-Effekt, veröffentlichen. Zeitweise war Einstein bei der Mercur Flugzeugbau als beratender Ingenieur tätig. Sein Interesse galt dabei der praktischen Umsetzung seiner Theorien von Wellen, was zu dem „Katzenbuckel“ bei Flugzeugflügelprofilen bekannt ist.[67] Seine Haltung zum Krieg schilderte er ausführlich in einem Schreiben, welches derzeit in der Berliner Staatsbibliothek öffentlich ausgestellt wird.[68][69] Am 1. Oktober 1917 wurde er Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik und blieb in dieser Position bis 1933. Von 1923 bis 1933 war Einstein auch Mitglied des Senats der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft.
Zwischen 1917 und 1920 pflegte seine Cousine Elsa Löwenthal (geb. Einstein; 1876–1936) den kränkelnden Einstein. Infolgedessen zog Einstein 1917 förmlich in der Haberlandstr. 5 in Elsas Wohnung ein. Als Albert Einstein 1918 einen Ruf aus Zürich erhielt, entschied er sich wegen der ausgezeichneten Wissenschaftlerkontakte dafür, in Berlin zu bleiben, obwohl er im Sommerurlaub 1918 betonte, dass Zürich seine „wirkliche Heimat“ sei und die Schweiz das Land, dem er allein mit seiner Neigung zugetan sei.[70] 1919 lotete Einstein ein Angebot aus Zürich aus, offenbar um in Berlin Bleibegelder zu erwirken. Fritz Haber besorgt diese Gelder.[71]

Einstein ließ sich Anfang 1919 von Mileva scheiden, wenig später, am 2. Juni 1919, heiratete er Elsa.[72] Sie brachte zwei Töchter mit in die Ehe. Jene Zeit war mit weiteren Einschnitten verbunden: Die politische Situation nach Ende des Ersten Weltkrieges verhinderte den Kontakt zu seinen Söhnen in der Schweiz. Anfang 1919 erkrankte Einsteins Mutter Pauline Einstein erneut schwer an Krebs. Einstein holte sie Ende 1919 zu sich nach Berlin. Sie starb am 20. Februar 1920 in seinem Arbeitszimmer.[73] Außerdem gelang es Kurt Blumenfeld gerade jetzt, Einstein für den Zionismus zu interessieren. Vollends für den Zionismus gewann Einstein 1921 Chaim Weizmann, der ihn zu einer Reise in die USA überredete, auf der Einstein Spenden für die Hebrew University in Jerusalem warb.[74]

Die Berliner Jahre waren auch durch einen regen Kontakt zu Max Wertheimer, dem Begründer der Gestalttheorie, gekennzeichnet. Es kam zu einem fruchtbaren Austausch zwischen den beiden Wissenschaftlern. So verfasste Einstein beispielsweise eine Einleitung zu Wertheimers Aufsätzen über Wahrheit, Freiheit, Demokratie und Ethik. Zunehmend begann er, sich auch politischen Fragestellungen zu öffnen (siehe hierzu den Abschnitt Politisches Engagement).

Zusammen mit Leopold Infeld gehörte er zu den häufigen Besuchern der Familie der Antonie „Toni“ Mendel († 1956), der Tante und Schwiegermutter von Bruno Mendel, mit der er eine enge Freundschaft pflegte. Diese hatte er etwa Anfang der 1920er Jahre über die gemeinsame Mitgliedschaft im pazifistischen Bund Neues Vaterland kennengelernt.[75]
Einstein eröffnet die Funkausstellung in Berlin 1930
Büste von Albert Einstein im Deutschen Museum in München


Experimentelle Bestätigung der vorherberechneten Lichtablenkung (1919)
Während der Sonnenfinsternis vom 29. Mai 1919 bestätigten Beobachtungen Arthur Stanley Eddingtons, dass die Ablenkung des Lichts eines Sterns durch das Schwerefeld der Sonne näher an dem von der Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagten Wert lag als an dem der newtonschen Korpuskeltheorie. Joseph John Thomson, Präsident der Royal Society, kommentierte den Befund wie folgt:

„Dieses Resultat ist eine der größten Errungenschaften des menschlichen Denkens.“[76]

Die experimentelle Bestätigung der damals kurios anmutenden Vorhersage Einsteins machte weltweit Schlagzeilen. Die plötzliche Bekanntheit sorgte fortan dafür, dass sich Einsteins Vorträge größter Beliebtheit erfreuten. Jeder wollte den berühmten Wissenschaftler in persona erleben. In den Jahren von 1920 bis 1924 entstand auf Initiative von Erwin Freundlich, einem langjährigen Mitstreiter, der Einsteinturm in Potsdam. Er diente seither astronomischen Beobachtungen, nicht zuletzt zu dem Zweck, Einsteins Theorie weiteren Überprüfungen zu unterziehen.

Der Nobelpreis für Physik des Jahres 1921 wurde erst am 9. November 1922 vergeben: an Albert Einstein „für seine Verdienste um die theoretische Physik, besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts“.[77] Einstein hatte sich am 7. Oktober in Marseille zu einer Vortragsreise nach Japan eingeschifft, wo er am 17. November eintraf, und konnte deshalb an der Verleihungszeremonie in Stockholm am 10. Dezember 1922 nicht teilnehmen.[78][79][80] Dort übernahm es der Gesandte des Deutschen Reiches Rudolf Nadolny, „seinen Preis aus den Händen S. M. des Königs zu empfangen“ und beim abendlichen Bankett im Grand Hôtel Stockholm „auch in seinem Namen“ Dankesworte zu sprechen.[81][82] Das Preisgeld überließ Einstein, wie es in der Scheidungsurkunde bereits festgelegt worden war, Mileva Marić und ihren gemeinsamen Söhnen.[83]
Rabindranath Tagore und Albert Einstein, 1930
Sommerhaus von Albert Einstein in Caputh bei Potsdam

Anlässlich Einsteins 50. Geburtstag im Jahr 1929 sah sich die Stadt Berlin gefordert, ihrem berühmten Bürger ein angemessenes Geschenk zu überreichen. Oberbürgermeister Gustav Böß regte an, ihm ein Haus zu schenken. Die Presse griff die Geschichte auf. Mit der Zeit weitete sich die Diskussion jedoch zu einer offenen Kontroverse aus. Einstein und Elsa, mittlerweile auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück in der Waldstraße 7 im Dorf Caputh bei Potsdam fündig geworden, verzichteten kurzerhand auf das Geschenk und finanzierten das heute Einsteinhaus genannte Haus aus eigener Tasche. Der Architekt Konrad Wachsmann wurde beauftragt, das zweistöckige Holzhaus am Hang oberhalb des Sees zu errichten. Es wurden teilweise vorgefertigte Holzelemente verwendet.[84] Das Sommerhaus in Caputh war der Ausgangspunkt für viele Touren mit dem Segelboot während der Sommermonate bis 1932. Dieses Boot (ein Geburtstagsgeschenk von Freunden) war ein „20er Jollenkreuzer“ mit dem Namen Tümmler, der 1933 mit Einsteins übrigem Besitz von den Nationalsozialisten konfisziert wurde.[85]

Die Konfrontation mit Niels Bohr
1930 konfrontierte Albert Einstein Niels Bohr bei der sechsten Solvay-Konferenz überraschend mit seinem Gedankenexperiment der Photonenwaage, mit dem er die Unvollständigkeit der Quantentheorie belegen wollte. Nur einen Tag später konnte Bohr zusammen mit Wolfgang Pauli und Werner Heisenberg Einstein unter Hinzuziehen von Überlegungen aus der Allgemeinen Relativitätstheorie jedoch widerlegen.
Einwanderungsurkunde von Januar 1936
Am 1. Oktober 1940 erhielt Einstein von Richter Phillip Forman die amerikanische Einbürgerungsurkunde
Albert Einstein und Robert Oppenheimer, um 1950

Nach dem Krieg prägte sich der Öffentlichkeit das Bild des alten, sich nachlässig kleidenden Professors in Princeton ein. Er wurde häufig um Stellungnahmen ersucht und von hohen Staatsgästen besucht wie Jawaharlal Nehru. Auch nach seiner Emeritierung 1946 arbeitete er weiter mit Assistenten am Institute for Advanced Study an seiner Vereinheitlichten Feldtheorie. Seine letzten Jahre waren durch den Tod seiner Schwester Maja 1951 und anderer Freunde getrübt. Im Mai 1953 nahm er in einem in der New York Times veröffentlichten Brief gegen die McCarthy-Ausschüsse Stellung und rief zur Aussageverweigerung auf. 1954 unterstützte er Robert Oppenheimer in dessen Sicherheitsanhörungen.

Haltung zu Deutschland
Die von Deutschen betriebene Vernichtung der Juden während der Zeit des Nationalsozialismus war für Einstein der Grund dafür, die gegenüber Arnold Sommerfeld im Dezember 1945 brieflich bekundete allgemeine Ablehnung bis zu seinem Lebensende aufrechtzuerhalten: „Nachdem die Deutschen meine jüdischen Brüder in Europa hingemordet haben, will ich nichts mehr mit Deutschen zu tun haben, auch nichts mit einer relativ harmlosen Akademie.“[104] Er fügte auf Sommerfeld und einige andere bezogen hinzu: „Anders ist es mit den paar Einzelnen, die in dem Bereich der Möglichkeit standhaft geblieben sind.“[105]

Auch Jahre nach dem Krieg sah er kein ausgeprägtes Reue- oder Schuldgefühl in Deutschland und vermied weiter jegliche Einlassung mit den dortigen öffentlichen Institutionen. Ein Ansinnen von Otto Hahn, Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft zu werden, wies er brüsk mit ebenso deutlichen Worten zurück wie jenes von Sommerfeld, ihn wieder in die Bayerische Akademie der Wissenschaften aufzunehmen, oder das von Theodor Heuss bezüglich des Ordens Pour le Mérite. Er wollte auch nicht, dass seine Bücher künftig in Deutschland erscheinen.[106] Auf die Nachricht, dass sein Freund Max Born zurück nach Deutschland ziehen wollte, reagierte er mit Unverständnis. Seine Abneigung gegen Deutschland übertrug er allerdings nicht generell auf einzelne Personen oder Kollegen, insbesondere nicht, wenn sie wie Sommerfeld, Max Planck und Max von Laue Distanz zu den Nationalsozialisten bewahrt hatten.[107]

Sorge um den Frieden
Trotz seiner Gebrechen fand er auch noch kurz vor seinem Tod die nötige Kraft, um für seine Vision vom Weltfrieden einzutreten. So unterzeichnete er am 11. April 1955 zusammen mit zehn weiteren namhaften Wissenschaftlern das sogenannte Russell-Einstein-Manifest zur Sensibilisierung der Menschen für die Abrüstung.[108] Die letzten Notizen von Einstein betreffen eine Rede, die er zum Jahrestag der israelischen Unabhängigkeit halten wollte. An dem Entwurf arbeitete er noch am 13. April 1955 zusammen mit dem israelischen Konsul. Am Nachmittag desselben Tages brach Einstein zusammen und wurde zwei Tage später ins Princeton Hospital gebracht.[108]

Tod
Einstein starb am 18. April 1955 im Alter von 76 Jahren in Princeton an inneren Blutungen, die durch die Ruptur eines Aortenaneurysmas verursacht worden waren. Einstein lehnte die (seinerzeit experimentelle) operative Behandlung ab, mit den Worten:

“I want to go when I want. It is tasteless to prolong life artificially. I have done my share; it is time to go. I will do it elegantly.”

„Ich werde gehen, wenn ich möchte. Es ist geschmacklos, das Leben künstlich zu verlängern. Ich habe meinen Teil getan; es ist Zeit zu gehen. Ich werde dies elegant tun.“[109]

An dem Aneurysma hatte Einstein schon seit Jahren gelitten. Es wurde bei einer Laparotomie Ende 1948 entdeckt und stabilisiert,[110] nachdem sich Einstein immer wieder über Bauchschmerzen beklagt hatte. Aufgrund von Gesundheitsproblemen hatte er schon seit Ende der 1940er Jahre Princeton kaum noch verlassen.[111] Die Nachtschwester Alberta Rozsel des Princeton Hospital war bei Einstein, als er starb. Sie berichtete, dass er kurz vor seinem Tod etwas auf Deutsch gemurmelt habe.[112] Der Pathologe Thomas Harvey stahl nach der Obduktion das Gehirn und die Augen von Albert Einstein. Seine Intention war vor allem, das Gehirn für weitere Untersuchungen seiner womöglich einzigartigen Struktur der Nachwelt zu erhalten.

Der größte Teil des Gehirns befindet sich heute konserviert im National Museum of Health and Medicine in Chicago, die Augen in New York. Der Rest seines Körpers wurde, seinem Wunsch entsprechend, verbrannt und die Asche an einem unbekannten Ort verstreut.[113] Der österreichische Schriftsteller Franzobel veröffentlichte im Jahr 2023 einen Roman über die Geschichte von Harveys Umgang mit Einsteins Gehirn.[114]
Über uns
  • Unsere Bedingungen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Cookie-Einstellungen
  • ⓒ 2026 VorfahrQR, Alle Rechte vorbehalten
Kontakt
  • +49 (160) 955-624-50
  • service@vorfahrqr.de
  • ⓒ 2026 VorfahrQR, Alle Rechte vorbehalten